Worum geht es?

 

   

Der §11b und seine Auslegung

 

Inhaltlich steht folgendes im § 11 b:

 

Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten oder durch bio- oder gentechnische Maßnahmen zu verändern, wenn damit gerechnet werden muss, dass bei der Nachzucht, den bio- oder gentechnisch veränderten Tieren selbst oder deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten.

 

Ferner ist es verboten, Wirbeltiere zu züchten oder durch bio- oder gentechnische Maßnahmen zu verändern, wenn damit gerechnet werden muss, dass bei den Nachkommen

 

a) mit Leiden verbundene erblich bedingte Verhaltensstörungen oder mit Leiden verbundene erblich bedingte Aggressionssteigerungen auftreten oder

 

b) jede artgemäße Kontakt mit Artgenossen bei ihnen selbst oder einem Artgenossen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt oder

 

c) deren Haltung nur unter Bedingungen möglich ist, die bei ihnen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt

Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzüchtungen) von 02.06.1999

 

Spezieller Teil Katzen:

 

Rasse

Merkmale (Leitsymptome)

Zucht (Verbot bei Verstoß nach § 11b des Tierschutzgesetzes)

Manx, Cymric

Kurzschwänzigkeit bzw. Schwanz- losigkeit (Verkürzung des Schwanzes bis hin zur Stummelschwänzigkeit oder völligen Schwanzlosigkeit)

Verbot

Türkisch Angora, Perser, Foreign White, Orientalisch Kurzhaar, Russian White, Van-Katze u.a.

Farbaufhellungen des Felles und der Iris (weißes, bzw. vorwiegend weißes Fell, variable Augenfarbe)

Verbot für Tiere, deren weiße Fellfarbe durch das Gen W determiniert ist Verbot für Tiere mit Hör- oder Sehstörungen

Scottish Fold, Highland Fold, Pudelkatze

Anomalien des äußeren Ohres (Ohrmuscheln nach vorne abgeknickt)

Verbot

Rex Katzen (Devon-, Cornish-, German Rex u.a.); Sphinx

Anomalien / Abweichungen des Haarkleides (gestörtes Haarwachstum bis hin zur nahezu völligen Haar-losigkeit, Verkürung bzw. Fehlen der Tasthaare)

Verbot für Tiere, bei denen die Tasthaare fehlen

diverse und Maine Coon, „Superscratcher“

Polydaktylie (überzählige Zehen an den Pfoten)

Verbot

Perser Katzen, Exotic Shorthair, u.a.

Brachyzephalie, großer, rundlicher Kopf, kräftige Backenpartie, kurze breite Nase, ausgeprägter Stop,

Verbot für extrem kurznasige Tiere = oberer Rand des Nasenspiegels liegt über dem unteren Augenlidrand Verbot für brachyzephale Katzen mit Geburtsstörungen oder Anomalien im Bereich des Gesichtsschädels (Oberkieferverkürzung, Verengung der Tränennasenkanäle oder / und der oberen Atemwege etc.)

gehäuft bei brachyzephalen Rassen (z.B. Perser)

Entropium (Einwärtsdrehen des Augenlidrandes)

Verbot